Betrieb, Repowering und Rückbau
Repowering: alte Anlagen durch neue ersetzen
Was Repowering bedeutet, warum dabei oft weniger Anlagen mehr Strom erzeugen und welche Erleichterungen im Genehmigungsverfahren gelten.
Stand: Oktober 2026
Was Repowering bedeutet
Viele Windenergieanlagen in Deutschland wurden in den 1990er- und 2000er-Jahren errichtet. Sie sind deutlich kleiner als heutige Anlagen und erreichen nach 20 oder mehr Jahren das Ende ihrer Förderung oder ihrer technischen Lebensdauer. Beim Repowering werden solche Anlagen abgebaut und durch moderne ersetzt.
Weil moderne Anlagen höher sind, größere Rotoren haben und mehr Leistung bringen, ersetzen häufig wenige neue Anlagen mehrere alte. Der Gesamtertrag am Standort steigt dabei meist um ein Vielfaches. Gleichzeitig drehen sich die großen Rotoren langsamer, was viele Menschen als ruhigeres Bild empfinden.
Warum Repowering sinnvoll sein kann
- Bestehende Standorte sind bereits planerisch eingeführt. Infrastruktur wie Netzanschluss und Wege ist vorhanden und kann teilweise weitergenutzt werden.
- Die Akzeptanz ist an Standorten, an denen seit Jahrzehnten Windenergieanlagen stehen, oft höher als an völlig neuen Standorten.
- Moderne Technik bringt Verbesserungen für die Umgebung mit sich, zum Beispiel bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung, Schattenabschaltung, leisere Rotorblätter und Systeme zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen.
Erleichterungen im Genehmigungsverfahren
Für Repowering-Vorhaben hat der Gesetzgeber ein erleichtertes Verfahren geschaffen (§ 16b BImSchG). Wird eine bestehende Anlage durch eine neue ersetzt, prüft die Behörde vor allem, welche nachteiligen Auswirkungen sich gegenüber dem bisherigen Zustand ergeben. Die bestehende Anlage wird also als Vorbelastung berücksichtigt. Das kann das Verfahren deutlich verkürzen. Bei einem vollständigen Austausch gelten die Erleichterungen unter zwei Bedingungen: Die neue Anlage muss innerhalb von 48 Monaten nach dem Rückbau der alten errichtet werden, und sie darf höchstens das Fünffache ihrer Gesamthöhe von der alten Anlage entfernt stehen.
In Nordrhein-Westfalen galt die frühere 1.000-Meter-Abstandsregel für Repowering-Vorhaben schon seit Anfang 2023 nicht mehr. Im August 2023 wurde sie dann vollständig abgeschafft.
Was Repowering für Flächen und Verträge bedeutet
Mit den größeren Anlagen ändern sich in der Regel auch Standorte, Abstände und Flächenbedarf. Für die beteiligten Grundstücke bedeutet das:
- Neue Anlagen stehen oft an anderen Stellen als die alten. Manche Flächen werden frei, andere kommen neu hinzu.
- Die neuen Anlagen brauchen größere Kranstellflächen und tragfähigere Wege.
- Die Fundamente der alten Anlagen werden zurückgebaut (siehe Rückbau).
- Für die neuen Anlagen werden in der Regel neue oder angepasste Nutzungsverträge geschlossen.
Häufige Fragen
Was bedeutet Repowering bei Windrädern?
Ältere Windenergieanlagen werden durch neue, leistungsstärkere ersetzt, häufig durch weniger Anlagen mit deutlich höherem Gesamtertrag.
Ist die Genehmigung beim Repowering einfacher?
Ja. Nach § 16b BImSchG prüft die Behörde vor allem die nachteiligen Veränderungen gegenüber dem bisherigen Zustand.
Wie weit darf das neue Windrad vom alten entfernt sein?
Bei einem vollständigen Austausch höchstens das Fünffache der Gesamthöhe der neuen Anlage. Sie muss innerhalb von 48 Monaten nach dem Rückbau der alten errichtet werden.
Ein Fachbegriff ist unklar? Im Glossar sind die wichtigsten Begriffe kurz erklärt.
Quellen
- Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG), § 16b — Repowering von Anlagen zur Nutzung von erneuerbaren Energien
- Solarserver — NRW streicht Abstandsregel bei Windkraft-Repowering (09.03.2023)
Die Angaben geben den Stand zum oben genannten Datum wieder. Rechtliche Regelungen ändern sich; im Einzelfall ist der aktuelle Gesetzestext maßgeblich.