Glossar: Fachbegriffe rund um Windenergie

Kranstellfläche, Volllaststunden, Flächenpool: Hier sind die wichtigsten Begriffe kurz erklärt. Ein Pfeil führt jeweils zum ausführlichen Beitrag.

§ 6 EEG (Kommunalbeteiligung)
Regelung, nach der Betreiber Gemeinden im Umkreis von 2,5 Kilometern bis zu 0,2 Cent je Kilowattstunde zahlen dürfen. Bei EEG-geförderten Anlagen wird der Betrag erstattet.Mehr dazu
Abschaltalgorithmus (Fledermäuse)
Regel, nach der eine Windenergieanlage in Zeiten hoher Fledermausaktivität abgeschaltet wird, abhängig von Jahreszeit, Nachtzeit, Windgeschwindigkeit und Temperatur.Mehr dazu
Ausschreibung
Wettbewerbsverfahren der Bundesnetzagentur. Neue Windenergieanlagen über 1 Megawatt erhalten in der Regel nur mit einem Zuschlag eine Förderung nach dem EEG.Mehr dazu
Azimutantrieb
Antrieb, der die Gondel samt Rotor in den Wind dreht.Mehr dazu
Baulast
Öffentlich-rechtliche Verpflichtung eines Grundstückseigentümers, zum Beispiel um zu dulden, dass die Abstandsfläche einer Windenergieanlage auf sein Grundstück reicht.Mehr dazu
Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK)
System, das die roten Warnleuchten einer Windenergieanlage nur einschaltet, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert. Seit dem 1. Januar 2025 grundsätzlich Pflicht.Mehr dazu
Beschleunigungsgebiet
Seit August 2025 mögliches Gebiet innerhalb eines Windenergiegebiets, in dem Umweltverträglichkeitsprüfung und artenschutzrechtliche Einzelprüfung weitgehend entfallen und durch festgelegte Minderungsmaßnahmen ersetzt werden.Mehr dazu
Betz-Grenze
Physikalische Obergrenze für die Nutzung der Windleistung: höchstens 16/27, also rund 59 Prozent. 1926 von Albert Betz hergeleitet.Mehr dazu
BImSchG-Genehmigung
Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz. Windenergieanlagen mit mehr als 50 Metern Gesamthöhe brauchen sie; sie schließt die Baugenehmigung ein.Mehr dazu
Bodenkundliche Baubegleitung
Fachliche Überwachung von Bauarbeiten nach DIN 19639, die Bodenverdichtung und andere Bodenschäden vermeiden soll.Mehr dazu
Bürgerenergiegesetz NRW
Landesgesetz, seit 28. Dezember 2023 in Kraft. Verpflichtet Vorhabenträger neuer Windenergieanlagen, Gemeinden und Einwohner im Umfeld finanziell zu beteiligen.Mehr dazu
Dienstbarkeit
Im Grundbuch eingetragenes Nutzungsrecht, mit dem die Nutzung einer Fläche für eine Windenergieanlage oder ein Kabel über die gesamte Laufzeit gesichert wird.Mehr dazu
Eisfall und Eiswurf
Eiswurf: Eis wird vom drehenden Rotor weggeschleudert. Eisfall: Eis fällt von der stehenden Anlage herab. Eiserkennungssysteme schalten Anlagen bei Eisansatz ab.Mehr dazu
Ersatzgeld
Zweckgebundene Zahlung für Naturschutzmaßnahmen, wenn sich ein Eingriff – etwa die Veränderung des Landschaftsbilds – nicht ausgleichen oder ersetzen lässt.Mehr dazu
Flächenbeitragswert
Nach dem Windenergieflächenbedarfsgesetz vorgegebener Anteil der Landesfläche für Windenergie. Für NRW 1,1 Prozent bis Ende 2027 und 1,8 Prozent bis Ende 2032.Mehr dazu
Flächenpool
Modell, bei dem die Pacht eines Windparks nach einem vereinbarten Schlüssel auf alle Eigentümer eines Gebiets verteilt wird, nicht nur auf die Eigentümer der Standortflächen.Mehr dazu
Gondel
Maschinenhaus auf der Turmspitze mit Generator, je nach Bauart Getriebe, Steuerung, Azimutantrieb und Bremsen.Mehr dazu
Gondelmonitoring
Akustische Erfassung von Fledermausrufen an der Gondel, meist über zwei Jahre. Daraus wird ein standortspezifischer Abschaltalgorithmus berechnet.Mehr dazu
Immissionsrichtwert
Schallpegel nach der TA Lärm, der an einem Wohnhaus eingehalten werden muss – nachts zum Beispiel 45 dB(A) in Dorf- und Mischgebieten und 40 dB(A) in allgemeinen Wohngebieten.Mehr dazu
Infraschall
Schall mit Frequenzen unter 20 Hertz. Entsteht durch viele natürliche und technische Quellen; von Windenergieanlagen in üblichen Abständen deutlich unter der Wahrnehmungsschwelle.Mehr dazu
Kranstellfläche
Geschotterte, tragfähige Fläche neben der Anlage, auf der beim Bau und bei größeren Reparaturen der Kran steht. Bleibt über die gesamte Betriebszeit erhalten.Mehr dazu
Marktprämie
Zahlung nach dem EEG, die die Differenz zwischen dem Zuschlagswert aus der Ausschreibung und dem durchschnittlichen Marktwert von Windstrom ausgleicht.Mehr dazu
Nabenhöhe
Höhe der Rotornabe über dem Boden. Zusammen mit dem halben Rotordurchmesser ergibt sie die Gesamthöhe einer Anlage.Mehr dazu
Nachrangdarlehen
Darlehen, das im Insolvenzfall erst nach den anderen Gläubigern bedient wird. Verbreitete Form der Bürgerbeteiligung; bietet einen vereinbarten Zins, aber kein Mitspracherecht.Mehr dazu
Nennleistung
Maximale elektrische Leistung einer Anlage, die sie ab der Nennwindgeschwindigkeit erreicht. Angegeben in Kilowatt oder Megawatt.Mehr dazu
Nutzungsvertrag
Vertrag zwischen Flächeneigentümer und Projektentwickler über die Nutzung einer Fläche für Windenergie – von der Planung über den Betrieb bis zum Rückbau.Mehr dazu
Optisch bedrängende Wirkung
Rechtsbegriff für eine Anlage, die ein Wohnhaus optisch „erdrückt". Bei einem Abstand von mindestens der doppelten Anlagenhöhe steht sie einem Vorhaben in der Regel nicht entgegen (§ 249 Abs. 10 BauGB).Mehr dazu
Pitch-Antrieb
Antrieb, der jedes Rotorblatt um seine Längsachse dreht. So regelt die Anlage ihre Leistung und bremst bei Sturm ab.Mehr dazu
Privilegierung
Windenergieanlagen gehören nach § 35 BauGB zu den Vorhaben, die im Außenbereich grundsätzlich zulässig sind. Ist das regionale Flächenziel erreicht, gilt das nur noch innerhalb der Windenergiegebiete.Mehr dazu
Produktionsintegrierte Kompensation
Ausgleichsmaßnahme, bei der eine Fläche in landwirtschaftlicher Nutzung bleibt und naturschutzfachlich aufgewertet bewirtschaftet wird.Mehr dazu
Redispatch
Eingriff des Netzbetreibers bei Netzengpässen, bei dem Anlagen heruntergeregelt werden. Die Betreiber werden dafür entschädigt.Mehr dazu
Repowering
Ersatz älterer Windenergieanlagen durch neue, leistungsstärkere – oft durch weniger Anlagen mit höherem Gesamtertrag. Genehmigung erleichtert nach § 16b BImSchG.Mehr dazu
Rückbauverpflichtung
Gesetzliche Pflicht des Betreibers, die Anlage nach dauerhafter Aufgabe der Nutzung zurückzubauen und die Bodenversiegelung zu beseitigen (§ 35 Abs. 5 BauGB), abgesichert durch eine Sicherheitsleistung.Mehr dazu
Schattenwurf
Bewegter Schatten der Rotorblätter. An Wohnhäusern rechnerisch höchstens 30 Stunden im Jahr und 30 Minuten am Tag zulässig.Mehr dazu
Volllaststunden
Jahresertrag geteilt durch die Nennleistung: die Zahl der Stunden, die eine Anlage mit voller Leistung laufen müsste, um ihren Jahresertrag zu erzeugen.Mehr dazu
Windenergiegebiet / Windenergiebereich
In Regional- oder Bauleitplänen ausgewiesenes Gebiet, in dem Windenergieanlagen planungsrechtlich vorgesehen sind. In NRW in den Regionalplänen als Windenergiebereiche festgelegt.Mehr dazu
Zuwegung
Geschotterte Zufahrt zu einer Windenergieanlage für Bau- und Wartungsfahrzeuge. Wo möglich, werden vorhandene Wirtschaftswege genutzt und ausgebaut.Mehr dazu

Das Glossar wird laufend erweitert. Die Erklärungen sind bewusst kurz; Einzelheiten stehen in den verlinkten Beiträgen.

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