Windenergieanlagen im Wohnumfeld

Rote Lichter in der Nacht — die Kennzeichnung

Warum Windenergieanlagen nachts rot blinken, warum sie es heute nur noch bei Bedarf tun dürfen und wie das technisch funktioniert.

Stand: Oktober 2026

Warum Windenergieanlagen gekennzeichnet werden

Bauwerke, die höher als 100 Meter sind, gelten als Luftfahrthindernisse. Damit Piloten sie rechtzeitig erkennen, müssen sie nach der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen markiert werden. Das betrifft heute nahezu alle neuen Windenergieanlagen.

  • Bei Tag tragen die Rotorblätter rote Farbstreifen an den Spitzen. Hinzu kommen je nach Höhe ein roter Farbring am Turm und eine Markierung an der Gondel.
  • Bei Nacht blinken rote Leuchten auf der Gondel und, bei hohen Anlagen, zusätzlich in mittlerer Turmhöhe.

Vom Dauerblinken zur Kennzeichnung bei Bedarf

Lange blinkten die roten Lichter jede Nacht von der Dämmerung bis zum Morgen. Gerade in Regionen mit vielen Anlagen empfanden viele Menschen das als störend. Der Gesetzgeber hat deshalb die bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung (BNK) zur Pflicht gemacht (§ 9 Abs. 8 EEG).

Die Lichter bleiben dabei ausgeschaltet und werden nur eingeschaltet, wenn sich ein Luftfahrzeug dem Windpark nähert. In Deutschland wird dafür überwiegend ein System eingesetzt, das die Transpondersignale von Flugzeugen und Hubschraubern empfängt. Weil nachts nur selten Luftfahrzeuge in geringer Höhe unterwegs sind, bleiben die Anlagen den größten Teil der Nacht dunkel.

Seit wann die Pflicht gilt

Die Frist zur Ausrüstung wurde mehrfach verschoben, weil Technik und Zulassung Zeit brauchten. Seit dem 1. Januar 2025 gilt die Pflicht grundsätzlich für Bestandsanlagen. Neue Anlagen müssen die Pflicht ab ihrer Inbetriebnahme erfüllen. Für Anlagen, bei denen eine Nachrüstung technisch oder wirtschaftlich nicht zumutbar ist, kann die Bundesnetzagentur auf Antrag Ausnahmen zulassen.

Betreiber, die ihrer Pflicht nicht nachkommen, müssen nach dem EEG eine Zahlung leisten. Sie beträgt 10 Euro je Kilowatt installierter Leistung und Monat und sinkt rückwirkend auf 2 Euro, sobald die Pflicht erfüllt ist.

Was das für die Umgebung bedeutet

Dass die Lichter eines Windparks nachts kurz aufleuchten, ist gewollt: Dann befindet sich ein Luftfahrzeug in der Nähe. Blinkt ein Windpark dagegen regelmäßig die ganze Nacht, kann eine genehmigte Ausnahme, eine technische Störung oder eine noch ausstehende Nachrüstung der Grund sein. In diesem Fall kann man sich an den Betreiber oder an die Genehmigungsbehörde wenden.

Häufige Fragen

Warum blinken Windräder rot?

Bauwerke über 100 Meter Höhe sind Luftfahrthindernisse und müssen nachts mit roten Leuchten gekennzeichnet werden, damit Piloten sie erkennen.

Müssen Windräder die ganze Nacht blinken?

Nein. Seit dem 1. Januar 2025 müssen Anlagen grundsätzlich eine bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung haben. Die Lichter leuchten dann nur, wenn sich ein Luftfahrzeug nähert.

Was tun, wenn ein Windpark die ganze Nacht blinkt?

Gründe können eine genehmigte Ausnahme, eine Störung oder eine ausstehende Nachrüstung sein. Man kann sich an den Betreiber oder die Genehmigungsbehörde wenden.

Ein Fachbegriff ist unklar? Im Glossar sind die wichtigsten Begriffe kurz erklärt.

Quellen

  1. Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2023), § 9 Abs. 8 und § 52
  2. Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Kennzeichnung von Luftfahrthindernissen (AVV Kennzeichnung)
  3. BDEW — Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung zum 1. Januar 2025
  4. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie — FAQ Windenergie an Land (Bedarfsgesteuerte Nachtkennzeichnung)

Die Angaben geben den Stand zum oben genannten Datum wieder. Rechtliche Regelungen ändern sich; im Einzelfall ist der aktuelle Gesetzestext maßgeblich.

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